Vermeiden Sie diese häufigen Fehler beim Mülltrennen!

Richtig weggeworfen ist schon halb recycelt...

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In welche Tonne darf welcher Abfall rein und wenn nicht, warum? Beim Mülltrennen kann man eine Menge falsch machen. Aber mit unseren Tipps werden Sie garantiert zum Recycling-Experten! ♻️♻️♻️
In welche Tonne darf welcher Abfall rein und wenn nicht, warum? Beim Mülltrennen kann man eine Menge falsch machen. Aber mit unseren Tipps werden Sie garantiert zum Recycling-Experten! ♻️♻️♻️

Endlich einmal gute Nachrichten: Wir Europäer sind Weltmeister im Recycling! Und das ist gut so – denn Wiederverwertung spart Energie, schont die Umwelt und den Geldbeutel gleichermaßen.

Eine richtige Mülltrennung ist der erste Schritt zum Recycling. Aber wohin mit dem Abfall? In die Restmülltonne, die Biotonne, den gelben Sack, die Altpapiersammlung, den Glascontainer oder gar zur Abgabestelle für Sondermüll… !?

Kein Wunder, dass beim Mülltrennen so einiges schieflaufen kann und nicht immer jeder Abfall wirklich dort landet, wo er eigentlich hingehört. Unser kleiner Guide zum Thema Mülltrennung macht Schluss mit den größten Mythen und Fehlern!

Die größten Fehler bei der Entsorgung von Altpapier

1. Fehler: Pizzakartons, Backpapier

Grundsätzlich gehören alle Arten von beschichteten Papieren in den Restmüll. Das gilt natürlich erst recht, wenn an den Verpackungen noch Speisereste oder andere Verschmutzungen haften.

2. Fehler: Kassenbons, Fahrkarten & Co.

Thermopapiere können aufgrund ihrer speziellen Beschichtung nicht über die Altpapiersammlung wiederverwertet werden. Werfen Sie diese daher immer in den Restmüll.

Ausnahmen sind spezielle Thermopapiere, wie sie seit Kurzem für Kassenbons verwendet werden („blaue Bons“). Diese können, dürfen und sollen ins Altpapier, da ihre Zusammensetzung unbedenklich ist.

3. Fehler: Taschentücher

Benutzte Papiertaschentücher – grundsätzlich alle Hygieneartikel aus Papier oder Zellstoff – sind definitiv ein Fall für die Restmülltonne!

Lesetipp: Wohin mit gebrauchten (FFP2-)Masken und Einmalhandschuhen…

4. Fehler: Briefumschläge, Etiketten, Bäckereitüten

Einige der bei selbstklebenden Briefumschlägen verwendeten Klebstoffe können den Recyclingprozess stören. Daher sollten diese besser in den Restmüll gegeben werden. Übliche Adressetiketten stellen für das Altpapier jedoch meistens kein Problem dar.

Bäckereitüten mit Sichtfolie, Fenster-Briefumschläge und gepolsterte Versandtaschen am besten ebenfalls über den Restmüll entsorgen oder die nicht-papierartigen Anteile vorher abtrennen.

Die größten Fehler bei der Entsorgung von Glas

1. Fehler: Porzellan, Trinkgläser, Vasen

Ausschließlich Verpackungen von Lebensmitteln, Getränken, Kosmetika und Medikamenten gehören in den Glascontainer:

Porzellan, Trinkgläser, (feuerfestes) Glasgeschirr oder gar Fensterscheiben haben in der Glassammlung aufgrund ihrer Zusammensetzung nichts verloren. Sie gehören in die Restmülltonne. Größere Mengen können auch bei spezialisierten Sammelstellen abgegeben werden.

2. Fehler: Deckel und Verschlüsse

Deckel und Verschlüsse sollten Sie entfernen und über den gelben Sack / die gelbe Tonne entsorgen.

3. Fehler: Grünglas, Weißglas, Braunglas, egal – ist ja Glas

Nein, es ist nicht egal, in welche Tonne welches Glas geworfen wird!

Besonders Weißglas ist beim Recycling sehr empfindlich für Beimengungen andersfarbiger Gläser und muss aufwändig (teils manuell) vorsortiert werden. Daher sollten Sie darauf achten, Gläser wirklich gewissenhaft nach ihren Farben getrennt in die Sammelboxen einzuwerfen.

Tipp: Falls Sie unsicher sind, werfen Sie das fragliche Glasbehältnis ins Grünglas – diese Farbfraktion ist am wenigsten anfällig für Fehlfarben. Auch rote oder blaue Gläser sind im Grünglas gut aufgehoben.

Die größten Fehler bei der Entsorgung von Restmüll

1. Fehler: Medikamente

Restmüll wird normalerweise thermisch verwertet – dabei entstehen hohe Temperaturen zwischen 850 °C und 1000 °C. Die meisten in Arzneimitteln enthaltenen Wirkstoffe und Chemikalien können während dieses Prozesses aufgespalten und neutralisiert werden.

Wer jedoch absolut sicher gehen möchte, kann abgelaufene Medikamente oder unverbrauchte Restmengen auch in Apotheken oder speziellen Recyclinghöfen abgeben. Allerdings sind Apotheken nicht zur Rücknahme verpflichtet.

Leere Blisterverpackungen kommen übrigens in den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne. Glasflaschen sollten im Restmüll entsorgt werden (aufgrund der Möglichkeit eventuell im Gebinde verbleibender Reste).

Tipp: Beachten Sie im Zweifelsfall eventuelle Entsorgungshinweise auf dem Beipackzettel und der Verkaufsverpackung oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

2. Fehler: Elektrokleingeräte

Elektrokleingeräte mit einer Kantenlänge von 25 cm muss der Handel kostenlos zurücknehmen – und zwar unabhängig davon, wo sie ursprünglich gekauft wurden. Dazu zählen beispielsweise Radios, Haartrockner, Taschenrechner, Handys und Netzteile.

3. Fehler: Batterien

Batterien enthalten teils umweltgefährdende Chemikalien, die in speziellen Prozessen aufbereitet werden – sie sind daher einerseits zu wertvoll für die Restmülltonne und würden andererseits in der Müllverbrennung Probleme bereiten (stark schadstoffhaltige Emissionen).

In Deutschland können Sie leere Batterien bei Supermärkten, Baumärkten und Elektronikläden kostenlos abgeben (die Sammelboxen befinden sich meist im Kassenbereich oder an der Infotheke).

Tipp: Kleben Sie bei Handyakkus und anderen Spezialbatterien die Kontaktflächen mit Klebeband ab; so reduzieren Sie eine mögliche Brandgefahr durch versehentliche Kurzschlüsse.

4. Fehler: Konservendosen, Alufolie

Behälter und Verpackungen aus Weißblech sowie Alufolien gehören in den gelben Sack bzw die gelbe Tonne. Sie können sehr gut recycelt werden und sind für die Mülltonne viel zu schade.

Die größten Fehler bei der Entsorgung im gelben Sack / der gelben Tonne

1. Fehler: Verpackungen auswaschen

So sieht deutsche Gründlichkeit aus – manche Menschen spülen Joghurtbecher und andere Verpackungen von Lebensmitteln, bevor diese in den gelben Sack landen. Doch in Wahrheit ist das absolut unnötig:

Während des Sortier- und Recyclingprozesses werden die Verpackungen zerkleinert und die einzelnen Fraktionen voneinander getrennt. Dabei erfolgt auch eine Reinigung. Wichtig ist lediglich, dass keine allzu großen Reste in der Verpackung verbleiben – „löffelrein“ bzw. „tropffrei“ genügt.

Tipp: Behälter mit Wasch- und Putzmitteln können Sie ausspülen und die dabei entstehende Reinigungslösung gleich noch mit verwenden – das ist ökologisch und spart sogar Geld.

2. Fehler: CDs, DVDs und andere optische Medien

Aufgrund ihrer Materialzusammensetzungen sollten CDs und andere optische Medien getrennt gesammelt und im spezialisierten Recyclinghof abgegeben werden. Auch handelt es sich dabei nicht um „Verkaufsverpackungen“ – und nur für solche ist der gelbe Sack bzw. die gelbe Tonne gedacht.

Die größten Fehler beim Entsorgen von Abfällen in der Biotonne

1. Fehler: Abfallbeutel aus Bio-Kunststoff

In den meisten Fällen können kompostierbare Abfallbeutel aus Bio-Kunststoffen bedenkenlos genutzt werden. Allerdings ist dies nicht immer erlaubt; angeführt wird dann meist die Verwechslungsgefahr mit „normalen“ Kunststoffbeuteln.

2. Fehler: Asche

Abgekühlte(!) Asche aus dem heimischen Ofen gehört in den Restmüll – sie könnte giftige Stoffe enthalten, welche anderenfalls über den Wertstoffkreislauf in die Umwelt freigesetzt werden könnten.

3. Fehler: Speisefette und Öle

Kleine Mengen Fette und Öle wie sie in privaten Küchen anfallen, dürfen über die Biotonne entsorgt werden. Bei größeren Mengen sollten Sie vorsichtshalber beim zuständigen Entsorger nachfragen.

4. Hygieneartikel, Stoffwechselendprodukte

Binden, Tampons, Windeln, Taschentücher und natürlich erst recht alle Arten von Exkrementen dürfen keinesfalls in der Biotonne landen. Sie sind definitiv ein Fall für den Restmüll.

5. Fehler: Behandeltes Holz, Steine

Lackiertes, lasiertes oder anderweitig behandeltes Holz (auch Sägemehl davon) sowie Steine aus dem heimischen Garten haben in der Biotonne nichts zu suchen.

Und immer daran denken: Der beste Abfall ist derjenige, der gar nicht erst entsteht! 🙂


Stand der Informationen: September 2021
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