Verschwörungstheorien erkennen !

Traue keiner Wahrheit, die Du nicht selbst überprüft hast

Verschwörungstheorie - assoziierte Begriffe.
Verschwörungstheorie - assoziierte Begriffe.

Wir leben in einer Zeit, in der jeder zum Publisher werden kann… der Weg zum eigenen reichweitenstarken Blog oder einem Posting in sozialen Medien ist meist nur wenige Mausklicks lang. Auf diese Weise verbreiten sich auch Randmeinungen binnen kürzester Zeit in viralem Tempo.

Darüber hinaus tragen die durch soziale Medien und News-Aggregatoren aufgebauten Filterblasen dazu bei, das eigene Weltbild – und mag es noch so verquer sein – nicht zu hinterfragen. Die früher vorhandene Meinungsvielfalt durch Tageszeitungen und Nachrichtensendungen geht für manche verloren.

Selbst für den kritischen Medienkonsumenten gestaltet es sich zunehmend schwieriger, Verschwörungstheorien und bewusste Täuschungen zu erkennen; auch weil die Professionalität der Akteuere in letzter Zeit zugenommen hat.

Typische Merkmale von Verschwörungstheorien

1 | Eindeutige Benennung des Schuldigen

Die meisten Verschwörungstheoretiker benennen klar den Ursprung allen Bösen:

Oft steckt eine „Elite“ aus Wirtschaft und Politik hinter allem, aber auch Großunternehmen, einflussreiche Persönlichkeiten oder – besonders in rechtsextremistischen Theorien – ethnische Bevölkerungsgruppen oder Anhänger bestimmter Religionen.

Ein schwarz/weiß geprägtes Weltbild ist beinahe obligatorisch für Verschwörungstheorien. Es existiert keine Mitte, nur das wirklich Gute und das abgrundtief Schlechte, nur absolute Schuld und reine Unschuld.

2 | Erkenntnisgewinn durch Wenige

Obwohl die meisten angeblichen Verschwörungen globale Ausmaße erreichen, erkennt nur eine kleine Minderheit die Wahrheit – zu welcher sich selbstverständlich der Autor des jeweiligen Pamphlets zählt. Wissende, ahnungslose Mitläufer und Helfershelfer stehen einer zu unterjochenden Bevölkerung gegenüber.

Nur der Verschwörungstheoretiker selbst kann als Experte die Wahrheit von der Lüge trennen und wandelt sozusagen als Lichtgestalt durch sein eigenes Weltbild.

3 | Bewusste Falschdarstellungen

Fakten werden bewusst falsch dargestellt, fehlinterpretiert oder einfach nicht genannt. Hinzu kommt die Schaffung „alternativer Wahrheiten“ (ein euphemistischer Begriff für „Lügen“), die als unwiderlegbare Tatsachen getarnt grundlegender Bestandteil der Verschwörungstheorie sind.

Verschwörungstheorien nutzen kontrafaktische Aussagen (der Wirklichkeit widersprechend) und das Stilmittel der rhetorischen Frage, um den Leser zu beeinflussen und von ihrer Richtigkeit zu überzeugen.

So findet auch keine Plausibilitätsprüfung oder eine Abwägung der vorgebrachten Thesen statt; ebensowenig möchte man die eigenen Ausführungen kritisch hinterfragt sehen. Stattdessen werden gerne Vorwürfe selbst in Fragen gekleidet („Warum wurde nicht gleich…“), um vom fehlenden Wahrheitsgehalt vorangegangener Aussagen abzulenken.

Oft nutzt man das Einstreuen von fehlerhaften Informationen in tatsächlich stattgefundene Ereignisse, um die Meinung des Lesers in eine bewusste Richtung zu verbiegen. Auch Hörensagen und die Übernahme von Kommentaren Dritter werden als angeblich verlässliche Quelle dargeboten.


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4 | Gefahr und negative Emotionen

Grundsätzlich vermitteln Verschwörungstheorien meist eine Gefährdung für Leib, Psyche – und Geldbeutel. Auch das Recht zur eigenen Selbstbestimmung und sogar die Gesellschaftsordnung an sich werden als potentiell bedroht gesehen.

Das Wecken negativer Emotionen ist immanenter Bestandteil jeder Verschwörungstheorie:

Sie sollen den Leser auf die Seite des Autors ziehen und allein durch ihre Stärke ein eigenständiges Denken blockieren. Stattdessen wird eine instinktiv gesteuerte Reaktion forciert, sei es das Provozieren einer Abscheu auf die angeblichen Urheber der Verschwörung oder das Triggern eigener Aktionen (zum Beispiel die weitere Verbreitung der Thesen in sozialen Netzwerken).

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