Elektromobilität – ein Glossar zum Mitreden

Elektromobilität von A-Z...

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L – Ladeleistung

Die Ladeleistung bestimmt, wie lange ein Fahrzeug für eine vollständige Ladung an das Stromnetz angeschlossen werden muss. Sozusagen also die Dauer des Tankstopps (wobei natürlich auch Teilladungen möglich sind).

Eine Haushaltssteckdose ist auf eine maximale Leistung von ca. 3,5 kW ausgelegt. Eine normale Ladesäule auf 10 bis 22 kW. Daneben existieren verschiedene Schnelladetechnologien, diese variieren zwischen 50 und 170 kW, inzwischen sogar 350 kW und mehr.

Das vollständige Laden einer Batterie mit 24 kWh Kapazität benötigt also knapp 7 Stunden an einer Haushaltssteckdose (24 / 3,5 = 6,86), während ein Schnellader dies in einer Viertelstunde schafft – mitunter auf Kosten der Lebensdauer der Batterie (hohe Ströme = hohe Temperaturen).

In der Realität muss man jedoch berücksichtigen, dass mit zunehmendem Akkufüllstand die Ladegeschwindigkeit abnimmt und so für eine vollständige Ladung grundsätzlich mehr Zeit kalkuliert werden muss.

L – Ladesysteme

Am Markt konkurrieren verschiedene, teils inkompatible Ladesysteme. Mit einem passenden Adapterset ist auch eine Ladung über eine Schuko-Steckdose (Haushaltssteckdose) oder einem Anschluss nach IEC60309 (Drehstrom) möglich.

Kommerziell verbreitet sind das von deutschen Autobauern favorisierte Combined Charging Sysem (CCS) sowie CHAdeMO, welches mehrheitlich von japanischen, koreanischen und französischen Fahrzeugherstellern genutzt wird.

Ladestationen bieten meist mehrere Systeme an, zusätzlich existieren Adapterlösungen oder wären zumindest technisch möglich.

L – Lithium-Ionen-Batterie

Sie ist die heute gängigste Batterietechnik, bietet eine hohe Energiedichte und Langlebigkeit. Von Nachteil ist der hohe Preis, welcher derzeit zwischen 200 und 500 € pro kWh beträgt. Aus diesem Grund stellt das Akkusystem auch den größten Kostenfaktor bei E-Fahrzeugen dar.

Ein soziales bzw. geopolitisches Problem sind außerdem die für Lithium-Ionen-Batterien erforderlichen seltenen Erden, welche teilweise aus politisch instabilen Regionen stammen und dort unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert werden.

P – Pedelec

Kofferwort aus „Pedal Electric Cycle“, ein Elektrofahrrad (auch E-Bike genannt).

P – Permanent erregte Synchronmaschine (PSM)

Wer hinter diesem etwas anrüchig klingenden Begriff einen unersättlichen Liebhaber vermutet, liegt vollkommen falsch. Es handelt sich dabei schlicht um die heute gängige Bauart von Elektromotoren.

„Permanent erregt“ bedeutet, dass Dauermagnete zum Einsatz kommen, keine Elektromagnete. Würden letztere eingesetzt, spricht man von einer elektrisch erregten Synchronmaschine (ESM). Diese spielt in der Fahrzeugtechnik jedoch keine große Rolle.

Verwendung in Permanentmagneten findet vor allem Neodymium, ein Metall der Seltenen Erden mit Hauptvorkommen in China.

P – Plug-in-Hybrid

Ein solches Fahrzeug besitzt eine kleine aufladbare Batterie mit einer Reichweite von um die 50 km, also ideal für Kurzstrecken. Ein konventioneller Verbrennungsmotor stellt die übrige Leistung bereit. Kombiniert werden diese Fahrzeuge meist mit Rekuperationsbremsen und anderen Formen der Energierückgewinnung; teilweise kann auch der Verbrennungsmotor selbst die Ladefunktion übernehmen.

Siehe auch Eintrag „H – Hybridfahrzeug“.


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R – Rekuperation

Ein auch außerhalb der E-Mobilität gebräuchliches System zur Rückwandlung von kinetischer Energie (Bewegungsenergie), die ansonsten zum Beispiel beim Bremsen in Form von Wärme verloren ginge. Die Funktionsweise ähnelt der eines Fahrraddynamos.

Sie kommt in konventionellen Fahrzeugen bei Start-/Stopp-Systemen in Form einer „Nutzbremse“ zum Einsatz und speist dort eine Zusatzbatterie für starke Verbraucher wie Sitzheizungen oder Multimedia-Systeme.

Eine Nutzbremse arbeitet verschleißfrei. Ihre Bremswirkung kommt zustande, indem ein Elektromotor als elektrischer Generatoren benutzt wird.

R – Range Extender

Dieser kleine Verbrennungsmotor dient nicht der primären Fortbewegung des Fahrzeugs, sondern wirkt als Stromgenerator, welcher während der Fahrt die Akkus wieder auflädt. Dadurch wird die Reichweite signifikant erhöht und er kann als Notlösung dienen, sollte keine Ladesäule zur Verfügung stehen.

V – Verbrauch

Der Stromverbrauch eines Elektrofahrzeugs wird nach standardisierten Methoden gemessen und in Kilowattstunden pro 100 Kilometer angegeben. Ein unter Umständen bei der Stromproduktion erfolgter CO2-Ausstoß bleibt allerdings unberücksichtigt.

Der durchschnittliche Verbrauch liegt aktuell bei ca. 15 kWh / 100 km; ist jedoch (wie bei konventionellen Fahrzeugen auch) stark abhängig von Modell, Ausstattung, Beladung und Umweltbedingungen.

V – Volt

Die Einheit der elektrischen Spannung, abgekürzt mit dem Buchstaben V. In Analogie zu einer Wasserleitung entspricht die Spannung dem Wasserdruck.

Siehe auch Eintrag „A – Ampere“ und unseren Artikel Volt, Ampere und Watt erklärt…!

Z – Zyklenfestigkeit

Die Zyklenfestigkeit bezeichnet die Anzahl von Lade- und Entladevorgängen, bevor die durch Aufladung erreichbare Kapazität eines Akkus unter eine vorher definierte Grenze fällt (z.B. 50 % seiner Kapazität).

Die Lebensdauer eines Akkus wird durch verschiedene Faktoren bestimmt und ist abhängig von der verwendeten Technologie.

Bei sachgemäßem Gebrauch sollte der Akku eines Elektroautos ca. zehn Jahre seinen Dienst verrichten. Viele Hersteller garantieren eine Mindestkapazität, z.B. 70 % bis 100.000 gefahrene Kilometer.


Stand der Informationen: Juni 2017
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