Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet!

Noch essbar oder nicht essbar?! Das ist hier die Frage...

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Beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) handelt es sich nicht um ein Verfallsdatum - die meisten Lebensmittel halten viel länger und müssen daher nicht vorschnell weggeworfen werden.
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) handelt es sich nicht um ein Verfallsdatum - die meisten Lebensmittel halten viel länger und müssen daher nicht vorschnell weggeworfen werden.

Jedes Jahr wandern Tonnen von Lebensmitteln in den Müll und zwar nur aus einem einzigen Grund: Das auf der Verpackung aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum wurde überschritten!

So werden Nahrungsmittel im Wert von vielen Millionen Euro unnötigerweise verschwendet – das muss nicht sein, denn in vielen Fällen könnten sie noch bedenkenlos verzehrt werden.

Wie definiert sich das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz MHD) gibt an, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel bei sachgerechter Aufbewahrung seine spezifischen Eigenschaften (z.B. Farbe, Geruch und Geschmack) behält und ohne Qualitätseinbußen konsumiert werden kann.

Es liegt in der Entscheidung des Herstellers, welche Haltbarkeitsfristen dieser für seine Produkte auslobt. Dabei bedeuten kürzere Fristen zwar mehr Sicherheit, aber auch mehr Verschwendung.

Wo liegt der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

Anders verhält es sich beim sogenannten „Verbrauchsdatum“. Dieses wird oft bei leicht verderblichen Waren angegeben und bestimmt den Zeitpunkt, ab welchem das Produkt nicht mehr verkauft werden darf.

Sie finden das Verbrauchsdatum vor allem auf frisch zubereiteten Lebensmitteln wie Sandwiches und anderen verzehrfertigen Snacks oder geschnittenen Salaten.

Darf man Produkte mit abgelaufenem MHD noch essen?

Viele Lebensmittel sind noch Tage, Wochen und manchmal sogar Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar. Natürlich immer unter der Voraussetzung einer korrekten Lagerung nach Vorgabe des Herstellers (z.B. im Kühlschrank).

Etwas anderes gilt nur, wenn die Verpackung bereits geöffnet wurde oder beschädigt ist. Der in der Luft vorhandene Sauerstoff, aber auch eindringende Feuchtigkeit, Bakterien und Pilzsporen können zum schnelleren Verderb eines Lebensmittels beitragen.

Manche Lebensmittel sind zudem unter Schutzatmosphäre (z.B. Stickstoff) verpackt, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten. Dazu zählen beispielsweise Kartoffelchips oder Backwaren.

Mindesthaltbarkeitsdatum im Einzelhandel…

Es ist ein vielverbreiteter Irrtum, dass Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verkauft werden dürfen. Allerdings haftet ab diesem Zeitpunkt der Händler und nicht mehr der Hersteller für die Qualität des Produkts.

Tipp für Schnäppchenjäger: Viele Lebensmittel werden kurz vor Ende des MHDs zu reduzierten Preisen angeboten. Fragen Sie doch einfach mal danach!

Riechen, sehen schmecken – was ist noch genießbar?

Bevor Sie ein vermeintlich „abgelaufenes“ Lebensmittel in den Müll werfen, nutzen Sie Ihre Sinne und prüfen es auf seine Genießbarkeit:

  • Aussehen – sind Verfärbungen oder Schimmel erkennbar?
  • Geruch – riecht das Lebensmittel ungewohnt oder verdorben?
  • Geschmack – schmeckt es faul oder nicht wie erwartet?

Getrocknete Lebensmittel

Salz, Zucker, Mehl, Nudeln oder Reis sind oft Jahre nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums problemlos essbar. Sie sollten lediglich auf eventuellen Schimmel- oder Schadinsektenbefall achten (z.B. feine Fadengespinste von Mehlmotten).

Milchprodukte wie Butter, Margarine, Joghurt und Quarkspeisen

Im Kühlschrank aufbewahrte und verpackte Milchprodukte können Sie meist viele Monate nach Überschreiten des MHDs noch ohne schlechtes Gewissen genießen.

Konserven (Dosen und Gläser)

Unversehrte Konserven (ohne Dellen, Beulen oder Rost) können Sie bis zu einem Jahr länger als angegeben lagern. Wirken die Dosen jedoch „aufgebläht“, sofort entsorgen! Grundsätzlich halten sich Lebensmitteln in Weißblechdosen etwas länger als in Gläsern.

Frisches Brot und Brötchen

Achten Sie auf Schimmel (weiße oder grünliche Flecken), dann sofort wegwerfen! Das manchmal empfohlene „großzügige Ausschneiden“ des Schimmelbefalls ist nicht ratsam, da das Pilzgeflecht bereits das Brot durchzogen hat, bevor erste Sporenträger sichtbar werden.

Ansonsten ist es eine Frage des beherzten Zubeißens, ob man das steinharte Brötchen von vor einem Monat wirklich noch essen mag… 😉

Eier

Für die Zubereitung von rohen Speisen sollten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und eine durchgehende Kühlung achten. Ansonsten darf das MHD zwei bis drei Wochen überschritten werden.

Wir wünschen trotz überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums immer guten Appetit!


Stand der Informationen: Januar 2022
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