Tagesgeld – lohnt sich diese Geldanlage?

Jetzt ist wieder Sparen angesagt...

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Unsere klugen Sparschweine haben diese Form der vermeintlich sicheren Geldanlage unter den Rüssel genommen und zeigen, welche Vorteile und Chancen sie bietet, aber auch, wo ihre Risiken liegen.
Unsere klugen Sparschweine haben diese Form der vermeintlich sicheren Geldanlage unter den Rüssel genommen und zeigen, welche Vorteile und Chancen sie bietet, aber auch, wo ihre Risiken liegen.

Viele Banken locken Anleger mit einer scheinbar sicheren Geldanlage – dem Tagesgeldkonto!

Dabei handelt es sich um ein Guthabenkonto, für das ein bestimmter Zinssatz gewährt wird. Die Zinsgutschrift erfolgt dabei entweder monatlich, quartalsweise oder jährlich.

Vor allem bei monatlichen Zinszahlungen profitiert man als Sparer nicht nur vom Guthabenzins an sich, sondern auch vom sogenannten Zinseszins-Effekt. Also davon, dass auf die einmal gezahlten Zinsen in den Folgeperioden ebenfalls Zinsen gezahlt werden.

Für wen sich ein Tagesgeldkonto eignet

Grundsätzlich sind Tagesgeldkonten immer dann eine gute Wahl,

  • wenn man einen gewissen Betrag kurzfristig anlegen möchte,
  • sich ein zusätzliches Finanzpolster aufbauen will (Stichwort: Diversifizierung des eigenen Vermögens) oder
  • großer Wert auf eine möglichst sichere Geldanlage gelegt wird.

Vorteile von Tagesgeldkonten

Ein Vorteil des Tagesgeldkontos ist seine Flexibilität: Im Gegensatz zu langfristigen Anlageformen können jederzeit Beträge eingezahlt, aber auch wieder abgehoben werden.

Mit ein paar kleinen Einschränkungen: Meist ist ein Tagesgeldkonto an ein Referenzkonto bei demselben Institut gebunden. Es können also nicht beliebige SEPA-Überweisungen erfolgen. Auch gibt es weder Giro- noch Kreditkarten und als reines Guthabenkonto ist ein Überziehen nicht möglich.

Die Kontoführung erfolgt bei den allermeisten Banken kostenlos. Es fallen also weder monatliche Fixkosten für die Bereitstellung an, noch werden Gebühren für Ein- und Auszahlungen berechnet. Gleiches gilt für die Bereitstellung von Kontoauszügen (zumindest in elektronischer Form).

Innerhalb der Europäischen Union unterliegen Tagesgeldkonten meist einer stabilen staatlichen Einlagensicherung. Sie sind also vor Totalverlust geschützt, beispielsweise bei einer Insolvenz des Kreditinstituts.

Üblicherweies greift diese Einlagensicherung für Guthaben bis zu einer Höhe von 100.000 € pro Kunde. Da es sich üblicherweise um staatliche Sicherungssysteme handelt, hängt die tatsächliche Sicherheit auch von der Bonität und Stabilität des jeweiligen Landes ab.

Innerhalb der Europäischen Union dürften Staatspleiten eher unwahrscheinlich sein; bei Geldanlagen in Nicht-EU-Ländern sollte man sich aber vorher über die jeweiligen Einlagensicherungen und deren Rücklagen gut informieren. Auch sollten Sie beachten, dass im Fall der Fälle der Schriftwechsel oft nur in Landessprache bzw. Englisch möglich ist.

Nachteile von Tagesgeldkonten

Natürlich darf man auch die negativen Seiten von Tagesgeldkonten nicht verschweigen.

Das geringe Risiko dieser Geldanlage wird durch verhältnismäßig niedrige Renditen erkauft; jedenfalls verglichen mit den Chancen, die sich bei der Investition in Aktien, Anleihen oder Fonds eröffnen.

Die auf Tagesgelder gezahlten Zinssätze können – wie der Name Tagesgeld schon vermuten lässt – von den Banken jederzeit geändert werden. Es gibt also keine Garantie für einen bestimmten Zinssatz über eine definierte Anlageperiode.

Sollte dies gewünscht sein, kommt ein Verwandter des Tagesgeldkontos in Frage: das sogenannte Festgeldkonto. Für dieses werden oft Zinsbindungen zwischen 30 Tagen und zwei Jahren angeboten. Jedoch meist zu niedrigeren Zinssätzen. Außerdem gilt das Guthaben während dieser Zeit als „fest“ investiert – es kann also nicht ohne Weiteres darauf zugegriffen werden.

Manche Tagesgeldkonten erfordern eine Mindestanlage von einigen tausend Euro. Darauf wird allerdings bei Kontoeröffnung bzw. in den zugrundeliegenden Vertragsbedingungen hingewiesen.

Abhängig vom gewährten Zinssatz kann es bei Tagesgeldern zu einer inflationsbedingten Wertminderung kommen. Das ist immer dann der Fall, wenn die Inflationsrate höher liegt als der gezahlte Zins.


Autor: Tobias Eichner | Datum der Veröffentlichung: Januar 2024
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