Woher wissen Pflanzen, wann der Frühling beginnt?

Die grüne innere Uhr der Pflanzen...

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Anfangs noch kahl, bald aber in voller Blüte - im Frühling erwacht die Natur!
Anfangs noch kahl, bald aber in voller Blüte - im Frühling erwacht die Natur!

Endlich werden die Tage wieder länger und die Temperaturen steigen – Zeit für Frühlingsgefühle!

Aber nicht nur bei uns Menschen regt sich zu Beginn der warmen Jahreszeiten etwas, auch die Natur erwacht nach ihrem „Winterschlaf“ zu neuem Leben:

Knospen an Bäumen und Sträuchern werden größer und bilden zarte Blättchen; wobei schon Wochen zuvor Frühlingsblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen durch die Schneedecke brechen, um die ersten Strahlen der Frühlingssonne für sich zu nutzen.

Doch wie erkennen Pflanzen, wann es an der Zeit ist, ihre Winterpause zu beenden? Die Umgebungstemperatur sowie der Wechsel zwischen Tag und Nacht spielen hier eine entscheidende Rolle.

Tages- und Nachtlänge

Bestimmte lichtempfindliche Moleküle in den Zellen der Pflanzen registrieren das Verhältnis zwischen Tag- und Nachtphasen, wobei es vor allem auf die Länge der sogenannten „Dunkelperioden“ ankommt…

Die Formel dabei ist einfach: Kürzere lichtarme bzw. lichtlose Tagesabschnitte läuten den Frühling ein, während länger andauernde Nächte den beginnenden Herbst kennzeichnen.

Aber Pflanzen unterscheiden nicht nur einfach hell und dunkel. Sie erkennen sogar die verschiedenen Wellenlängen des Lichts, um den Wechsel der Jahreszeiten gezielt zu bestimmen.

Umgebungstemperatur

Daneben ist auch die Temperatur ein entscheidender Faktor, um die chemischen Prozesse für die Knospen- und Blütenbildung anzuregen.

Pflanzen sind auf ihre ganz eigene Weise intelligent: Ein einziger warmer Tag genügt den meisten nicht, um das Wachstum zu reaktivieren. Denn so könnte eine kurze Schönwetterperiode mitten im Winter zu einem vorzeitigen Austrieb führen – mit verheerenden Folgen, sobald der Frost zurückkehrt.

Aus diesem Grund besitzen viele Arten einen inneren Zähler, der die Anzahl der warmen Tage auf chemischem Weg speichert und erst bei Erreichen eines sicheren Werts das Wachstum einleitet.

Besonders Obstbäume nutzen diese Methode für sich, da Frost während der Blütezeit fast immer mit einem hohen Ernteausfall einhergeht.

Keine Regel ohne Ausnahme: Der Haselnuss-Strauch beispielsweise hat es besonders eilig und blüht schon bei den ersten Sonnenstrahlen – sehr zum Leidwesen von Allergikern.

Manche mögen’s kalt…

Vor allem viele im Frühling blühende Zwiebelgewächse, wie Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen und Narzissen benötigen einige Wochen Frost, um die Grundlagen ihrer Blüten zu bilden.

Kehrt im Frühling unerwartet der Winter zurück, stoppt das Wachstum bzw. der Austrieb der Blüte. So verhindert die Pflanze eine unnötige Energieverschwendung, da an kalten Tagen die für eine Bestäubung nötigen Insekten auch lieber zuhause bleiben – effizienter geht es kaum.


Stand der Informationen: März 2019
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