Springkraut – schöner Eindringling

Gestatten, Impatiens glandulifera...

Springkraut (Impatiens glandulifera) wächst am Ufer eines kleinen Baches.
Springkraut (Impatiens glandulifera) wächst am Ufer eines kleinen Baches.

Im Sommer sind sie ein weithin sichtbarer Blickfang an Flussufern und Waldrändern: Die wunderschönen rosa-roten Blütenmeere des Indischen Springkrauts (Impatiens glandulifera).

Die einjährige, oft über zwei Meter hohe Pflanze liebt feuchte oder nasse, nährstoffreiche Böden und bevorzugt Schatten sowie eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Die Verbreitung dieser Pflanzenart, die auch unter den Namen Drüsiges Springkraut, Rotes Springkraut, Himalaya-Balsamine oder Bauernorchidee bekannt ist, reicht vom indischen Subkontinent und vom Himalaya über Europa bis nach Nordamerika.


Werbung


Herkunft und Nutzen

Rosa-rote Blüten des Indischen Springkrauts (Impatiens glandulifera).
Rosa-rote Blüten des Indischen Springkrauts (Impatiens glandulifera).

Ursprünglich aus dem Osten Indiens stammend, kam die Pflanze Mitte des 19. Jahrhunderts nach England und trat von dort aus ihren Siegeszug in ganz Europa an.

Sie wird auch heute noch als dekorative Gartenpflanze und vor allem als Bienenfutterpflanze geschätzt:

Springkraut bildet bis in den Spätherbst hinein traubenartige Blütenstände mit stark süßlich duftenden Blüten – ein Anziehungspunkt für viele Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Mit durchschnittlich 0,47 mg Nektar pro Pflanze und Stunde stellt das Springkraut etwa vierzig Mal so viel Nektar her wie eine vergleichbare heimische Pflanze. Auch ihr Pollen ist zuckerhaltig und so ein zusätzlicher Leckerbissen für unsere summenden Freunde.

(Un)-Umstrittene Schönheit

Typisch für das Springkraut sind die gezahnten Blätter und Hohlstiele.
Typisch für das Springkraut sind die gezahnten Blätter und Hohlstiele.

Während also Insekten im wahrsten Sinn des Wortes darauf fliegen, würden es manche am liebsten schnell wieder loswerden. Denn das Indische Springkraut breitet sich innerhalb einer Vegetationsperiode rasant aus und verdrängt auf diese Weise andere Pflanzenarten.

Deshalb gilt Springkraut mancherorten nicht nur als Neophyt (damit bezeichnet man ganz allgemein Pflanzen, die sich in Gebieten etabliert haben, in welchen sie zuvor nicht heimisch waren) sondern auch als invasive Art.

Die vermehrungsfreudigen Pflanzen produzieren zwischen 1.000 und 5.000 Samen, deren Keimfähigkeit mehrere Jahre lang erhalten bleibt. Selbst abgebrochene Pflanzenteile bilden von sich aus wieder Wurzeln.

An einer Pflanze befinden sich gleichzeitig oft Knospen, Blüten und reife Samenkapseln. Letztere besitzen eine interessante Besonderheit, von der sich auch der deutsche Name „Springkraut“ ableitet:

Die Kapselfrüchte sind durch Zellsaftdruck gespannt und reißen selbst bei leichter Berührung oder Wind explosionsartig auf. Dabei werden die Samen mehrere Meter weit geschleudert.

Das Springkraut ist flachwurzelnd und kann relativ leicht entfernt werden. Möchte man ein Areal allerdings dauerhaft davon befreien, ist aufgrund der langen Keimfähigkeit seiner Samen eine ständige Kontrolle über mehrere Jahre hinweg erforderlich.


Werbung


Springkraut in der Küche

Stiele und Blätter der Pflanze sind leicht giftig (Glycoside) und werden in der Volksmedizin eher selten eingesetzt (traditionell in hohen Dosierungen als Brechmittel, in geringerer Dosierung als harntreibender Tee).

Für experimentierfreudige Köche interessanter sind die eßbaren Blüten und Samen.

Während die Blüten leicht abgezupft werden können, erfordert die Ernte der Samen etwas Geduld – und einen Gefrierbeutel: Dieser wird über die reifen Kapselfrüchte gestülpt, dann geschüttelt damit die Kapseln aufplatzen. Eine zugegebenermaßen mühsame Arbeit.

Die ölhaltigen Samen schmecken nussig und sind auch roh genießbar.

Rezept für Springkraut-Gelee

Sie benötigen folgende Zutaten:

  • Frische Blüten (5-6 Handvoll)
  • 1 l Wasser
  • 1 Orange oder Zitrone
  • 50 ml Rum
  • 1-zu-2 Gelierzucker (Menge für 1 Liter Flüssigkeit nach Vorgabe des Herstellers)

Und so einfach wird’s gemacht:

Die Blüten in einen Topf geben, mit einem Liter Wasser übergießen und eine Minute aufkochen lassen. Die Mischung muss dann abgedeckt für 12 Stunden ziehen.

Den Inhalt des Topfes durch ein Sieb gießen, Alkohol und Saft der ausgepressten Orange zugeben.

Nun nach Packungsanleitung des Gelierzuckers weiter verfahren. Der Gelee wird in Gläser abgefüllt (gut geeignet sind kleine Konservengläser mit Schraubverschluss).

Tipp: Sterilisieren Sie die Gläser im Backofen bei 180 Grad Celsius Heißluft für zehn Minuten und legen die Deckel bis zur Verwendung in leicht kochendes Wasser. Der Gelee wird vorsichtig (Spritzgefahr !) in die noch heißen Gläser gefüllt – so bleibt er länger haltbar.


Stand der Informationen: August 2017

Werbung