FFP2-Masken im Alltag richtig einsetzen

Anwendungshinweise, Nutzen und Gefahren...

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Damit eine FFP2-Maske auch wirklich effizient vor dem Coronavirus schützen kann, sind einige wichtige Regeln zu beachten. Diese Dame hat sie perfekt umgesetzt.
Damit eine FFP2-Maske auch wirklich effizient vor dem Coronavirus schützen kann, sind einige wichtige Regeln zu beachten. Diese Dame hat sie perfekt umgesetzt.
☆ Dieser Artikel ist Teil unseres Special Coronavirus SARS-CoV-2…

Im öffentlichen Personennahverkehr oder beim Betreten von Einzelhandelsgeschäften, Arztpraxen und Krankenhäusern – immer häufiger müssen dabei sogenannte FFP2-Masken genutzt werden. Menschen mit Alltagsmasken oder anderen Mund-Nase-Bedeckungen haben dann keinen Zutritt mehr.

Doch solche Maßnahmen werden kontrovers diskutiert. Zwar bieten FFP2-Masken einen besseren Schutz vor der Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2. Allerdings nur dann, wenn sie korrekt angelegt und verwendet werden. Anderenfalls besteht bei fehlerhaftem Umgang mit den Masken sogar die Gefahr, sich und seiner Gesundheit größeren Schaden zuzufügen.

Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum richtigen Umgang mit FFP2-Masken.

Was bedeutet die Bezeichnung FFP2?

Die Abkürzung FFP steht für den englischsprachigen Begriff „filtering face piece“, übersetzt etwa „Feinstaubmaske“, „Staubmaske“ oder „Atemschutzfilter“.

Die Zahl 2 gibt die Schutzwirkung der Maske an. Man unterscheidet folgende Schutzklassen:

  • Klasse FFP1 (Abscheideleistung min. 80%): Schutz vor ungiftigen Stäuben (z.B. von Gips, Mehl, Blütenpollen), Feinstaub und Aerosolen auf Wasser- bzw. Ölbasis bei Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwerts bis zum 4-fachen für den betreffenden Gefahrstoff.
  • Klasse FFP2 (Abscheideleistung min. 94%): Schutz vor gesundheitsschädlichen und krebserregenden Stäuben (z.B. Zement, Granit, bestimmte Holzarten) und Aerosole auf Wasser- bzw. Ölbasis bei Überschreitung des zulässigen Arbeitsplatzgrenzwerts bis zum 10-fachen.
  • Klasse FFP3 (Abscheideleistung min. 99%): Wie FFP-2, jedoch geeignet bis zur 30-fachen Konzentration des für den jeweiligen Stoff festgelegten Arbeitsplatzgrenzwerts.

Wie legt man eine FFP2-Maske richtig an?

So wird’s gemacht:

  1. Waschen Sie sich vor dem Anlegen der Maske gründlich die Hände oder nutzen ein geeignetes Desinfektionsmittel.
  2. Prüfen Sie vor dem Anlegen die Maske auf Beschädigung oder Verschmutzung.
  3. Klappen Sie die Maske seitlich auf und platzieren diese über Mund, Nase und Wangen. Die Innenflächen nicht berühren, um eine Kontamination mit Krankheitserregern zu vermeiden.
  4. Führen Sie die Gummibänder um die Ohrmuscheln oder hinter Ihrem Kopf zusammen (je nach Maskentyp und gewünschter Befestigungsmethode).
  5. Drücken Sie den Nasenbügel mit den Fingern in Form, damit die Maske die Nasenpartie vollständig umschließt.

Die Maske muss ringsum fest sitzen und der Nasenbügel muss eng an der Haut anliegen! Anderenfalls besteht unter Umständen ein erhöhtes Infektionsrisiko durch „an der Maske vorbeiatmen“:

Das Vliesmaterial von FFP2-Masken besitzt einen höheren Atemwiderstand, es muss also mehr Kraft aufgewendet werden, bis Luft durch das Gewebe dringt. Aerosole könnten daher bei nicht dicht schließender Maske vermehrt über die Lücken aus- bzw. eingeatmet werden.

Wichtig: Bitte beachten Sie in jedem Fall die herstellerspezifische Gebrauchsanweisung Ihrer Maske und folgen den dort beschriebenen Schritten, sofern diese mit den oben dargestellten nicht übereinstimmen.

Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

Gemäß gängiger Arbeitsschutzvorschriften sollten FFP2-Masken nicht länger als 75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von mindestens 30 Minuten getragen werden.

Bei Masken mit einem speziellen Ausatemventil verlängert sich die empfohlene, ununterbrochene Tragedauer auf zwei Stunden.

Personen mit geschwächter Lungenfunktion (z.B. Asthmatiker) sollten vor dem Anlegen einer FFP2-Maske ihren Arzt befragen, um gesundheitlichen Risiken bei der Anwendung vorzubeugen.

Was muss beim Abnehmen einer FFP2-Maske beachtet werden?

Grundsätzlich müssen Sie keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Es ist jedoch ratsam, die Maske nur an den Gummibändern zu berühren, da sowohl die Innen- als auch die Außenflächen der Maske mit Krankheitserregern kontaminiert sein könnten.

Nach dem Abnehmen der Maske sollten Sie Ihre Hände gründlich waschen oder desinfzieren.

Darf man FFP2-Masken wiederverwenden?

FFP2-Masken sind um ein Vielfaches teurer als andere, einfache medizinische Gesichtsmasken. Daher neigen viele Menschen dazu, sie mehrfach oder über einen längeren Zeitraum zu tragen.

In den Medien kursieren teils kuriose Tipps zur Desinfektion und Sterilisation getragener FFP2-Masken; selbst einige staatliche Gesundheitsbehörden empfehlen einen wiederholten Gebrauch.

Fakt ist, dass die wenigsten Hersteller ihre FFP2-Masken für eine mehrfache Anwendung freigegeben haben! Achten Sie unbedingt auf die an der Maske angebrachte Kennzeichnung:

  • „NR“ – Not reusable / zum einmaligen Gebrauch bestimmt
  • „R“ – Reusable / mehrfach wiederverwendbare Maske (ggf. nach Sterilisation)

Angaben gemäß Norm EN 149:2001+A1:2009.

Wir raten eindringlich, den Anwendungshinweisen auf der Verpackung zu folgen und bei jedem Gebrauch – zumindest täglich – eine neue Maske anzulegen.

Das Waschen von FFP2-Masken in einer Haushaltswaschmaschine oder die Einwirkung von Hitze zur Keimabtötung (z.B. mittels Haartrockner oder im Backofen) kann im schlimmsten Fall das Maskenmaterial beschädigen und damit die Schutzwirkung stark beeinträchtigen.

Beim mehrmaligen Tragen von FFP2-Masken (bzw. Mund-Nase-Bedeckungen im Allgemeinen) besteht zudem die Gefahr der Übertragung von Viren, Bakterien, Schimmelpilzsporen und anderen Keimen, die sich zwischenzeitlich auf dem Maskenmaterial angesiedelt haben.

Wie müssen FFP2-Masken entsorgt werden?

FFP2-Masken (wie auch alle anderen Einmalmasken) gehören in den normalen Hausmüll.

Besteht die Gefahr einer Kontamination der Maske mit SARS-CoV-2 oder anderen potentiell krankheitserregenden Bakterien, Viren, Schimmelpilzsporen oder Keimen, sollte die Maske vor der Entsorgung luftdicht in einer Kunststofftüte verpackt werden. Ideal hierfür eignen sich kleine Gefrierbeutel aus der Küche.

Unter Umständen sind auch spezielle Sammelsysteme verfügbar oder die Entsorgung von Masken wurde gesetzlich reguliert. In diesen Fällen empfiehlt sich eine Nachfrage bei den zuständigen Gesundheitsbehörden oder dem lokalen Abfallentsorger.

Keinesfalls dürfen Sie FFP2-Masken einfach in die Papier- oder Biotonne werfen. Das Maskenmaterial lässt sich weder im Altpapierrecycling nutzen noch ist es kompostierbar. Unachtsam weggeworfene Masken stellen vielmehr eine gesundheitliche Gefahr dar.

Bleiben Sie gesund – ob mit oder ohne Maske!


Stand der Informationen: Januar 2021
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