Der Euro – eine Erfolgsgeschichte

Der Euro - mehr als nur "unser Geld"...

Münzen der europäischen Gemeinschaftswährung Euro.
Münzen der europäischen Gemeinschaftswährung Euro.

Eine Währung – 340 Millionen Menschen

Der Euro (Symbol €) ist die offizielle Währung von 19 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die zusammen die sogenannte „Eurozone“ bilden. Dazu gehören folgende Länder (in alphabetischer Reihenfolge):

Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

Daneben nutzen noch weitere Staaten die europäische Gemeinschaftswährung: Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt (jeweils mit eigenen Euromünzen) sowie Kosovo, Montenegro und Simbabwe (ohne eigene Münzmotive).

Vorgestellt wurde der Euro am 1. Januar 1999 als Buchgeld für den bargeldlosen Zahlungsverkehr und existierte so während der Umstellungsphase parallel zu den nationalen Währungen der einzelnen Länder. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002 fand mit der Einführung des Euro-Bargelds die endgültige Ablösung der nationalen Währungen statt.

Nach dem US-Dollar stellt der Euro zwischenzeitlich die zweitwichtigste Reservewährung der Welt dar.

Bargeld lacht – Münzen und Scheine

Jedes Euro-Mitglied gibt Münzen in den Stückelungen 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 € mit individuell gestalteten Rückseiten heraus. Zusätzlich haben die Staaten das Recht, Sondermünzen in limitierten Auflagen zu prägen.

Die einheitlich entworfenen Banknoten mit Nennwerten von 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 € werden von allen Ländern genutzt. Ab dem Jahr 2013 wurde sukzessive eine zweite Serie von Banknoten mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen eingeführt, um die Fälschungssicherheit zu erhöhen. Aus Gründen der Kriminalitätsbekämpfung wurde vom Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) die Einstellung der 500 € Banknote ab Ende 2018 beschlossen.

Vom gemeinsamen Binnenmarkt zur eigenen Währung

Die Anfänge der EU gehen auf die 1950er Jahre zurück als Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande und Deutschland am 25. März 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gründeten.

Ziel war die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Handel und Wirtschaft; außerdem wollte man durch eine forcierte Zusammenarbeit der einzelnen Länder zukünftige militärische Konflikte im Keim ersticken.

Im Laufe der Zeit erkannte man jedoch, daß es einer noch engeren Kooperation zwischen den europäischen Staaten bedurfte, um Europa zu mehr Wohlstand zu verhelfen: Die Einführung einer gemeinsamen Währung war so der nächste logische Schritt.

Die Vorteile des Euro – für Verbraucher

Mehr Wettbewerb

Preise für Waren und Dienstleistungen können nun nahezu EU-weit einfacher verglichen werden; das steigert den Wettbewerb zwischen Händlern und Lieferanten. Der Verbraucher profitiert von einer größeren Produktauswahl zu optimierten Preisen.

Stabilere Preise

In den 1970er und 1980er Jahren lagen die Inflationsraten einzelner EU-Länder bei über 20 %. Seit der Vorbereitung der Euro-Einführung ging die Inflation in allen Ländern spürbar zurück und bewegt sich nun auf einem Level von etwa 2 %. Das bringt niedrigere, planbare Preise für Verbraucher und Wirtschaft.

Günstigeres Reisen für alle

Ob Touristen, Studenten, Geschäftsreisende oder Arbeitnehmer – sie alle profitieren vom Wegfall des umständlichen Um- und Rücktauschs zwischen einzelnen nationalen Währungen, von den Gebühren ganz zu schweigen. Übrigens ist der Euro auch außerhalb der EU ein gern gesehenes und vielfach akzeptiertes Zahlungsmittel.

Die Vorteile des Euro – für Unternehmen

Niedrigeres Zinsniveau und mehr Investitionen

Die niedrige Inflation im Euroraum bedeutet auch niedrigere Zinsen für Kredite und langfristig sicher planbare Investitionen. Das steigert die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und bringt uns allen innovativere Produkte und Dienstleistungen.

Wirtschaftliche Stabilität

Investitionen können langfristig sicher geplant werden, da der Euroraum aufgrund seiner Größe und Wirtschaftskraft stabilere Rahmenbedingungen bietet als dies ein einzelnes Land jemals könnte. Auch dadurch fördert der Euro betriebliche Investitionen.

Geringeres Handelsrisiko

Der Wegfall nationaler Währungen vereinfacht nicht nur den Handel innerhalb der EU. Selbst über EU-Grenzen hinweg reduziert sich das Wechselkursrisiko und führt so zu einer höheren Rentabilität.


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Die Vorteile des Euro – für die Mitgliedsstaaten

Hohes Einsparungspotential

Dank der stabilen Inflationsrate können Staaten günstiger Kredite aufnehmen und Zinszahlungen der öffentlichen Hand reduzieren. Das schafft mehr freie Mittel für staatliche Investitionen oder Steuersenkungen.

Stärkung des sozialen Zusammenhalts

Eine niedrige Inflationsrate wirkt sich auch auf das Privatvermögen der Menschen aus: Sie schützt die Kaufkraft und sichert Wohlstand für alle. Auch für einkommensschwache Bevölkerungsschichten, die den Auswirkungen einer hohen Inflation ansonsten besonders stark ausgesetzt wären.

Forcierung nachhaltiger öffentlicher Finanzen

Damit ein Land der Eurozone beitreten darf, muss es die Einhaltung der „Maastricht-Kriterien“ sicherstellen. Diese zielen vor allem auf die Einhaltung gewisser Grenzen bei der Staatsverschuldung und dem Haushaltsdefizit ab. Verbindliche Schulden- und Defizitgrenzen zwingen die Staaten zu langfristigem Denken hinsichtlich einer ausgeglichenen Haushaltspolitik.

Resistenz gegenüber wirtschaftlicher Beeinflussung

Die Eurozone als gemeinsamer Wirtschaftsbund hilft dabei, die Auswirkungen unvorhersehbarer Ereignisse auf seine Mitgliedsländer abzufedern, wie beispielsweise Turbulenzen auf den globalen Finanzmärkten oder steigende Energiepreise.

Die Vorteile des Euro – für die europäische Wirtschaft

Stärkere Integration der Finanzmärkte

Die einheitliche Währung erlaubt den effizienteren Einsatz von Kapital dort, wo es am effektivsten genutzt werden kann. Investoren können in einem großen Wirtschaftsraum ihre Risiken besser abschätzen und Chancen nutzen.

Verbesserte internationale Präsenz

Der Euro ist nach dem US-Dollar die zweitwichtigste Weltwährung und verleiht der Europäischen Union so auf internationaler Ebene mehr Gewicht, beispielsweise in Organisationen wie dem IWF (Internationaler Währungsfonds) oder den G8 (Gruppe führender Industrienationen).

Förderung des internationalen Handels

Der Euro wird zunehmend wegen seiner Stärke und Verfügbarkeit für internationale Handelstransaktionen eingesetzt: Unternehmen in der Eurozone können so global in ihrer bekannten Währung zahlen und bezahlt werden – mit einem deutlich verringerten Verlustrisiko durch Währungsschwankungen. Für die Außenhandelspartner der EU bedeutet ein starker Euro Verlässlichkeit und vereinfacht durch den Wegfall nationaler Währungen Transaktionen.


Stand der Informationen: Februar 2017

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