Silvester – trotz Feuerwerk weniger Stress für Sie und Ihren Hund

Feuerwerk und Hund - so gelingt der Jahreswechsel...

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Oh oh, hoffentlich verschläft da jemand nicht den Jahreswechsel... ;-) Ob Filou von einem großen Feuerwerk träumt? Wer weiß - jedenfalls scheint er Silvester ganz entspannt zu genießen!
Oh oh, hoffentlich verschläft da jemand nicht den Jahreswechsel... ;-) Ob Filou von einem großen Feuerwerk träumt? Wer weiß - jedenfalls scheint er Silvester ganz entspannt zu genießen!

Silvester… Freunde treffen, ausgelassene Partys feiern und natürlich – pünktlich um Mitternacht – ein prachtvolles Feuerwerk, um das neue Jahr gebührend zu begrüßen und alle bösen Geister zu vertreiben.

Was für die meisten Menschen ein Grund zum freuen und Spaß haben ist, artet leider für viele unserer befellten Mitbewohner in puren Streß aus. Angefangen vom ungewohnten Tagesablauf, den fremden Gerüchen und nicht zuletzt dem Lärm feiernder Menschen und lauter Feuerwerkskörper.

Tipp 1: Sich selbst keinen Stress machen!

„Keep calm!“ – im Grunde ein simpler und besonders effizienter Ratschlag zu Silvester, den etliche Hundebesitzer leider nicht beachten.

Wer nämlich selbst ängstlich und nervös ist, überträgt die eigene Panik auf den Gemütszustand seines besten Freundes. Und damit ist am Ende des Tages (nämlich um Punkt Mitternacht) niemandem geholfen.

Manche Hunde, allen voran die besonders ängstlichen, reagieren auf ungewohnte Tagesabläufe sensibel. Im Idealfall sollte Silvester für Ihr Tier also ein Tag wie jeder andere sein:

Machen Sie sich deshalb nicht schon Wochen zuvor Sorgen über die anstehenden Silvesterfeierlichkeiten und wie Ihr vierbeiniger Liebling damit umgeht. Seien Sie ein starkes Vorbild!

So beruhigen Sie sich selbst:

Denken Sie daran, dass eine einzige negative Erfahrung (beispielsweise das Silvesterschießen) keine dauerhaften Auswirkungen auf Ihren Hund haben wird. Die Konfrontation mit stressigen Situationen – in Maßen – gehört zum Hundeleben dazu.

Körperliche Reaktionen Ihres Vierbeiners wie Zittern, erhöhter Herzschlag oder Hecheln dürfen Sie nicht überbewerten, es handelt sich dabei um ganz natürliche Verhaltensweisen. Und für viele Hunde ist nach ein paar Stunden schon wieder das meiste vergessen.

Tipp 2: Leckerchen, Spielzeug, Streicheleinheiten

Die ersten Anflüge von Unsicherheit und Angst lösen sich durch einen besonderen Leckerbissen schnell wieder in Luft auf. Fellnasen mit ausgeprägtem Spieltrieb können oftmals sogar besonders leicht von der unangenehmen Ballerei abgelenkt werden.

Streicheln, streicheln, streicheln…

… und bloß das Kraulen nicht vergessen!

Beschäftigen Sie sich an Silvester intensiv mit Ihrem Haustier! Zeigen Sie ihm, dass Sie da sind. Streicheln und körperliche Nähe sind das beste Mittel gegen Angst und Panikattacken.

Tipp 3: Gassi-Runden

Halten Sie – sofern möglich – Ihren Zeitplan mit Spaziergängen und anderen Outdoor-Aktivitäten wie gewohnt ein. Grundsätzlich gilt: Das Gassigehen darf nicht ausfallen!

Wer aber sonst eher am Abend unterwegs ist, sollte seinen Ausflug lieber in die frühen Nachmittagsstunden verlegen, solange noch keine Böller fliegen.

Wichtig ist zudem, seinen Vierbeiner immer(!) anzuleinen, denn schreckhafte Tiere neigen zum Weglaufen. Selbst wenn Sie sonst vielleicht ohne Leine unterwegs sind, zu Silvester reagieren manchmal auch die entspanntesten Zeitgenossen unerwartet nervös!

Tipp 4: Rückzugsmöglichkeiten bieten

Jedes Tierchen hat seinen ganz besonderen Lieblingsplatz, den es auch im Fall von Stress aufsucht:

So lieben die meisten Hunde Orte mit dem sprichwörtlichen „Dach überm Kopf“, von dem aus sie einen möglichst großen Bereich des Raumes überblicken können.

Achten Sie besonders an Silvester darauf, dass mindestens eine solche Rückzugsmöglichkeit immer frei zugänglich ist – und für den Fall einer Party – selbige nicht gerade dort ihren Höhepunkt erlebt.

Sofern möglich, sorgen Sie für Ruhe am Lieblingsplatz, beispielsweise durch heruntergezogene Jalousien oder angelehnte Türen (wobei das Tier immer noch freien Zugang braucht).

Es ist möglich, dass sich Ihr Tier an einen eher „ungewöhnlichen“ Ort zurückzieht. Das kann hinter dem Sofa sein, unter dem Bett oder sogar im Kleiderschrank. Lassen Sie das zu und üben Sie keinen Zwang aus, hervorzukommen! Ihr Liebling wird sich wieder blicken lassen, wenn ihm danach ist.

Auch beruhigende Musik kann helfen, von der angsteinflößenden Geräuschkulisse eines Feuerwerks abzulenken: Hier sollten Sie im Vorfeld testen, welchen Musikstil Ihr Vierbeiner bevorzugt bzw. ob es überhaupt nennenswerte Auswirkungen auf sein Verhalten gibt.

Tipp 4: Desensibilisierung

„Man gewöhnt sich an alles!“ – dieses Sprichwort trifft auch auf die Silvesterknallerei zu, denn Hunde sind nicht von Natur aus schreckhaft veranlagt.

Meist sind es negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, die Tiere an Silvester zu nervösen Nervenbündeln werden lassen. Aber auch falsche Erziehung kann eine Rolle spielen; dahingehend, dass im Welpenalter die Konfrontation mit lauten Geräuschen und ungewohnten Situationen versäumt wurde.

Beginnen Sie bereits einige Monate vor Silvester mit dem Training, indem Sie Ihren Vierbeiner lauten Geräuschen aussetzen (z.B. ein vom Tisch fallender Schlüsselbund oder ein Buch) und dann sofort(!) mit einem kleinen Leckerchen belohnen.

Sollten Sie damit keinen Erfolg erzielen oder gar befürchten, etwas falsch zu machen, wenden Sie sich am besten an einen spezialisierten Tiertrainer. Dieser kann Ihnen sicher den ein oder anderen Ratschlag für eine erfolgreiche Vorbereitung auf Silvester geben.

Tipp 5: Pheromone und Duftstoffe

Pheromone agieren als Botenstoffe, die unbewusst wahrgenommen werden, aber messbaren Einfluss auf physiologische Vorgänge im Körper oder das Verhalten haben. Auch Duftstoffe können physische wie psychische Reaktionen hervorrufen (z.B. wirken Lavendelkissen auf Hunde beruhigend).

Im Internet finden sich etliche dieser Mittelchen, die angeblich aus jedem Nervenbündel einen mutigen Superhund machen. Wir raten jedoch dringend dazu, deren Einsatz vorab mit einem Tierarzt zu besprechen und Medikamente nur von seriösen Händlern, Ärzten oder der Apotheke zu beziehen.

Denken Sie daran: Es handelt sich bei Pheromonen um potente Stoffe, die sowohl positive, als auch negative Wirkungen entfalten. Medikamente jeder Art sollten daher immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Was keinesfalls gegen Silvesterstress bei Hunden hilft!

Gerade im Netz liest man immer wieder Tipps von selbsternannten Experten und vermeintlichen Tierschützern, wie man am besten mit ängstlichen Hunden zu Silvester umgehen sollte.

Einige dieser Empfehlungen sind einfach nur wirkungslos, andere können hingegen sogar richtig gefährlich für unsere Lieblinge sein.

Einfach wegsperren

So bringt es relativ wenig, den Hund während der Silvesterfeier ins Bad, in die Küche oder gar in den Keller zu verbannen. In den meisten Fällen provozieren Sie damit nur eine noch stärkere Angstreaktion.

Angstshirts

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es gibt spezielle Überzieher aus dehnbaren Stoffen, die durch einen leichten Druck auf den Brustkorb des Tieres Angstgefühle mindern. Angeblich.

In Wahrheit lassen sich viele Hunde diese Hemdchen nur äußerst ungern anlegen, was wiederum zu Stress führt. Und selbst wenn man von einem Lebewesen nicht auf ein anderes schließen sollte – zu enge Kleidung, die beim Gehen scheuert und zwickt mag definitiv niemand.

Abgesehen von aggressiv beworbenen „individuellen Einzelmeinungen“ angeblich zufriedener Kunden, konnten wir keine wissenschaftlich fundierte Studie finden, die eine Wirksamkeit belegt.

Alkohol

„Erstmal ein Gläschen zur Beruhigung…“ – NEIN!

Aufgrund der viel kleineren Körpermasse der meisten Hunde genügen schon (scheinbar selbst für menschliche Kinder) harmlose Mengen Alkohol, um akute Vergiftungserscheinungen auszulösen.

Diese äußern sich – ähnlich wie bei Menschen – in Erbrechen und Krämpfen. Es drohen zudem akute Anfälle von Atemnot sowie dauerhafte Leber- und Nierenschäden.

Lesetipp: Giftige Lebensmittel für Hunde

Homöopathie, Bachblüten und Konsorten

Seien es geweihte Zuckerkügelchen oder rechtsdrehende Tinkturen, in die für eine Sekunde ein Stengel Unkraut getaucht wurde – die Geschäftemacherei mit homöopathischen Pseudo-Arzneimitteln schreckt leider auch und gerade vor Haustieren nicht zurück.

Manchen Tierhalter wird der Placebo-Effekt beruhigen – und das überträgt sich vielleicht auch auf den Gemütszustand des Hundes. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der in vielen Zubereitungen enthaltene Zucker bzw. Alkohol als einzig aktive Substanz seine Wirkung entfaltet.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund einen guten Start ins neue Jahr! 🙂 🐕


Stand der Informationen: Dezember 2019
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