Verkommene Netzkultur?

Früher war das Web besser... oder einfach nur anders ?

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Echte Hilfe – weit gefehlt!

Vor kurzem hatte ich jedoch ein Schlüsselerlebnis. Wieder eines. Aber manchmal braucht es eben einen ganzen Schlüsselbund, um das Offensichtliche zu begreifen:

Ich wollte ein sehr spezielles Feature in einem Content Management System realisieren, dabei brauchte ich Unterstützung. Überhaupt, vielleicht hatte ja jemand eine adaptierbare Lösung parat. Warum das Rad zweimal neu erfinden, nur um später festzustellen, dass es unrund läuft?

Gesagt getan. Das offizielle Nutzerforum im Web angesteuert und nach Hilfe gesucht. Nichts. Naja, aufgrund der Komplexität meines Vorhabens nicht weiter verwunderlich. Also einen neuen Thread eröffnet, das Problem dargelegt und, soweit möglich, technisch detailliert erläutert. Man weilt ja unter Experten.

Nach einer Stunde kam prompt die erste Antwort: „SuFu benutzt und Forenregeln gelesen?“. Nun wäre es an der Zeit, sich abzumelden und andernorts auf die Suche nach den benötigten Informationen zu gehen. Oder einen Freund anzurufen, der im gleichen Bereich arbeitet. Aber nein. Ich verschwendete meine teure Arbeitszeit und ließ mich auf eine Diskussion ein, die natürlich zu keinem produktiven Ergebnis führte.

Geraume Zeit danach – einschließlich entdecken des „User ignorieren“-Buttons – traf der nächste Ratschlag ein: „Mein Plugin kann das. Kannst Du kaufen.“. Das ist zwar nett gemeint, war aber nicht Ziel der Frage. Ich schildere doch nicht in epischem Ausmaß mein technisches Problem, um ein halbgares, nicht auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes, überteuertes Plugin zu kaufen.

Also wies ich freundlich darauf hin, dass ich selbst Entwickler sei und es gute Gründe für eine individuell programmierte Lösung gäbe. Vom Plugin-Autor keine Antwort mehr. Dafür fühlte sich einer seiner Fanboys offenbar auf den Schlips getreten und erklärte mir, weshalb dieses Plugin so toll sei, es nichts Besseres gäbe und ich überdies keine Ahnung hätte. Außerdem bräuchte eh niemand das wonach ich suchte. Aha. Klar.


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Und dann waren da noch zwei Antworten… ich bin nicht so recht schlau daraus geworden: War es eigene Dummheit oder der Versuch, mich bewusst auf eine falsche Fährte locken zu wollen. Schade, dass offenbar manche selbsternannten Experten dies nötig haben.

(A-)soziale Medien

Zur Entspannung – und um meinen Blutdruck wieder auf ein gesundes Maß zu senken – schaute ich mal bei meinen „Freunden“ in Facebook vorbei. Zugegeben, die Hälfte kenne ich nur dem Namen nach, einige davon auch gar nicht. Im Grunde hatte ich mich dort nur registriert, um als ITler mit den Noobs (normalen Usern) ein gemeinsames Gesprächsthema zu haben.

Also schön. Nach dem Login wurde ich bereits angestupst (die wohl dümmste Funktion in Facebook) und bekam einige semi-professionelle Fotografien diverser Mittagessen zu sehen. Auch eine – aus urheberrechtlicher Sicht bedenkliche – Bildercollage samt „Hab Dich lieb“-Spruch wurde mir präsentiert. Den kannte ich gar nicht. Also die Person… der Spruch an sich war schlicht platt und voll eklatanter Rechtschreibfehler – er könnte dem Poesiealbum einer Zehnjährigen entsprungen sein.

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