Selbstauskunft nach DSGVO einholen – so einfach geht’s

Wissen, was andere über Sie wissen...

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Einholen einer Selbstauskunft nach DSGVO - mit kostenloser Vorlage zum Download !
Einholen einer Selbstauskunft nach DSGVO - mit kostenlosem Formbrief zum Download !

Dank des neuen europäischen Datenschutzrechts (DSGVO) haben wir als Verbraucher nun die Möglichkeit, detaillierte Informationen über die Nutzung unserer personenbezogenen Daten bei Unternehmen anzufordern. Dazu gehören im Einzelnen:

  • Kategorien der personenbezogenen Daten, einschließlich Zusendung einer Kopie aller Daten
  • Verarbeitungszwecke der gesammelten personenbezogenen Daten
  • Angaben zur Herkunft der personenbezogenen Daten
  • Empfänger oder allgemeine Empfängerkategorien, falls personenbezogene Daten weitergegeben wurden oder dies in Zukunft beabsichtigt ist
  • Dauer der geplanten Datenspeicherung oder Nennung der Kriterien, welche für die Berechnung des Zeitraum der Aufbewahrung maßgeblich sind
  • Hinweise auf die Rechte zur Berichtigung, Löschung und Einschränkung der Verarbeitung
  • Hinweis auf das mögliche Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde
  • Bei Nutzung einer automatisierten Entscheidungsfindung (Profiling), Informationen über die involvierte Logik und Darlegung zur Nutzung der somit gewonnenen Erkenntnisse
  • Nachweise über geeignete Garantien zur datenschutzkonformen Verarbeitung bei Übermittlung von Daten in ein Drittland oder an eine internationale Organisation

Unternehmen sind grundsätzlich zur kostenlosen Bereitstellung dieser Informationen verpflichtet.

Ein angemessenes Entgelt darf nur bei mehrmaligen Anfragen innerhalb eines kurzen Zeitraums erhoben werden. Leider hat der Gesetzgeber versäumt, Grenzen zu definieren, wie oft „zu oft“ ist, um eine Gebühr zu rechtfertigen. Eine jährliche oder halbjährliche Abfrage der eigenen Daten sollte aber im Rahmen des durch die DSGVO angedachten Bestrebens nach Transparenz liegen.

Formbrief für die Selbstauskunft nach DSGVO

Als Service bieten wir eine kostenlose Vorlage für das Auskunftsersuchen nach DSGVO an.

Sie können diese Vorlage einfach herunterladen, mit Ihren persönlichen Daten ergänzen und bequem per Post oder E-Mail versenden.

Download: Datenschutzrechtliche Selbstauskunft nach DSGVO (.odt, OpenDocument-Text)

Weitere Rechte des Verbrauchers

Neben Ihrem Recht auf Auskunft hinsichtlich Speicherung und Verwendung personenbezogener Daten stehen durch die neue Gesetzeslage auch Mittel zur Verfügung, die weitere Nutzung Ihrer persönlichen Daten einzuschränken oder diese sogar ganz zu unterbinden.

Recht zur Berichtigung (Artikel 16 DSGVO)

Unternehmen sind verpflichtet, fehlerhaft erhobene oder verarbeitete Daten umgehend zu korrigieren.

Was zunächst nach einer Selbstverständlichkeit klingt, erfährt vor allem bei Wirtschaftsauskunfteien eine besondere Brisanz: Falsche Eintragungen können die persönliche Kreditwürdigkeit herabsetzen, was im Alltag oft mit erheblichen Konsequenzen verbunden ist.

Hier gibt Ihnen der Gesetzgeber neue Befugnisse an die Hand, um auf eine schnelle Korrektur zu drängen. Notfalls durch die Einschaltung einer Aufsichtsbehörde.

Recht auf Löschung (Artikel 17 DSGVO)

Sie haben nun das Recht, personenbezogene Daten vollständig entfernen zu lassen, um deren weitere Nutzung zu unterbinden. Weitläufig bekannt als das „Recht auf Vergessenwerden“.

Ausgenommen sind jedoch Fälle, in welchen das Löschen die Fortführung einer laufenden Geschäftsbeziehung unmöglich machen würde, ebenso falls andere rechtliche Regelungen der Datenlöschung zuwider laufen (z.B. Buchführungspflichten, Nachweispflichten).

Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Arikel 18 DSGVO)

Alternativ zur Löschung steht Ihnen das Recht zu, die Verarbeitung personenbezogener Daten zu verbieten.

Sinnvoll ist diese Forderung, falls aufgrund rechtlicher Einschränkung ein Löschen nicht möglich ist oder Sie die Richtigkeit der erhobenen Daten anzweifeln bzw. deren Verarbeitung aus wichtigem Grund (Artikel 21 DSGVO) widersprechen möchten.

Recht auf Datenübertragbarkeit (Artikel 20 DSGVO)

Noch mit vielen Fragezeichen versehen, vor allem hinsichtlich der technischen Realisierbarkeit, ist das Recht, den eigenen „persönlichen Datensatz“ von einem Unternehmen zu einem anderen mitzunehmen.

Insbesondere bei der Nutzung sozialer Medien böte diese Option einen echten Mehrwert. So ließen sich im Idealfall alle persönlichen Einträge und Inhalte perfekt mit mehreren Diensten synchronisieren. Ein netter Zusatznutzen der DSGVO, der sich allerdings schon allein aufgrund struktureller Inkompatibilitäten nicht ohne weiteres umsetzen lassen wird.


Stand der Informationen: Mai 2018
Wichtig: Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen und rechtlichen Hinweise für diesen Beitrag !

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