Wie eine Impfpflicht die Gesellschaft spaltet…

... und warum sie so sinnlos wie gefährlich ist!

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Wirklich nur ein kleiner Pieks? Impfungen schützen vor schweren Krankheiten - zumindest solange die verwendeten Impfstoffe sicher sind und ihr Nutzen etwaige gesundheitliche Risiken überwiegt.
Wirklich nur ein kleiner Pieks? Impfungen schützen vor schweren Krankheiten - zumindest solange die verwendeten Impfstoffe sicher sind und ihr Nutzen etwaige gesundheitliche Risiken überwiegt.
☆ Dieser Artikel ist Teil unseres Special Coronavirus SARS-CoV-2…

[Ein Kommentar von Tobias Eichner, tobias@digitallifestyle.eu]

Würden Sie, liebe Leser, mich nach meiner höchsteigenen Position zum Thema Corona und Impfen fragen, so fiele meine Antwort folgendermaßen aus:

Ich bin für das Impfen mit Vakzinen, die sicher sind und ausführlich getestet wurden, solange dies für den Einzelnen sinnvoll ist. Aus diesem Grund kommt für mich derzeit eine Impfung gegen SARS-CoV-2 nicht in Betracht, da ich keiner Risikogruppe angehöre.

Grundsätzlich betrachte ich die Freiheit des Einzelnen als das höchste gesellschaftliche Gut. Dies gilt für alle Lebensbereiche; es muss eine freie Entscheidung bleiben, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen – oder es eben abzulehnen. Ohne Zwang. Ohne Repressalien.

Dies möchte ich gleich vorweg nehmen. Wer also nun eine Schwarzweiß-Malerei der Argumente erwartet, darf sich das Weiterlesen gerne sparen. Wer jedoch an einem differenzierten Standpunkt mit etlichen Grautönen Interesse zeigt, mit dem nächsten Absatz geht’s los…

Diskussion mit harten Bandagen…

Mehrere monatelange Lockdowns, Maskenpflicht, Kontaktverbote, geschlossene Grenzen und Zwangsquarantäne… der Kampf gegen Corona forderte und fordert so einiges von den Menschen.

Jetzt also soll es die Impfpflicht richten – angefangen bei bestimmten Berufsgruppen, und vermutlich gefordert bald schon für alle. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen politischer Hardliner geht:

Wer sich verweigert wird schnell als Querdenker, Covidiot oder Aluhutträger abgestempelt und mundtot gemacht. Auch die Kampfbegriffe „Impfgegner“ und „Impfskeptiker“ dienen eher der Denunziation des Gegenübers als dem Zuhören mit Aufforderung zum Faktenaustausch auf Augenhöhe…

Schließlich implizieren beide Bezeichnungen eine absolutistische Haltung gegenüber einer wirkungsvollen Methode der Krankheitsprävention. Aber die wenigsten der so Betitelten lehnen Impfungen tatsächlich vollkommen ab (und wären dann wirklich nur noch als Idioten zu bezeichnen).

An einer sachlich geführten Auseinandersetzung scheinen einige Befürworter der heilsbringenden Impfung (Achtung, Ironie!) jedoch kein Interesse zu zeigen. Offenbar können es diese nicht verstehen, dass es durchaus sachliche Gründe gibt, sich einer vorschnellen, unnötigen oder unter Umständen gar gefährlichen Immunisierung zu verweigern.

Impfung – über Sinn und Unsinn

Geimpfte sind nicht mehr ansteckend. Doch!

Nach bisherigen Erkenntnissen sind geimpfte Menschen nicht steril gegen den Erreger, sondern können nachwievor erkranken und das Virus weitergeben. Die Impfung gegen Corona dient hauptsächlich dem Selbstschutz vor schweren Krankheitsverläufen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Hier vermeintlich „Solidarität mit der Gesellschaft“ zu fordern und an die „Verantwortung des Einzelnen anderen gegenüber“ zu appellieren, ist in meinen Augen wenig mehr als ein billiger Psychotrick, der das schlechte Gewissen befeuern soll in der Hoffnung, eigene Ängste und Fragen über Bord zu werfen, um ja nicht als Verweigerer des vermeintlich Richtigen dazustehen.

Wie gefährlich ist Corona wirklich?

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die meisten durch SARS-CoV-2 verursachten Erkrankungen harmlos verlaufen und für den Betroffenen im Allgemeinen keinerlei Spätfolgen erwarten lassen.

Genausogut könnte man also eine flächendeckende Impfung gegen Grippe fordern. Jedoch mit dem Unterschied, dass Influenza-Vakzine wesentlich besser erforscht sind – aber auch in seltenen Fällen unerwünschte Wirkungen nach sich ziehen.

Keine Impfung ist ohne Risiko

Die Risiken einer Impfung mit im Schnellverfahren auf den Markt gebrachten Vakzinen sollte nicht als Spinnerei abgetan werden. Sie sind gegeben, wie etliche nachträglich bekanntgewordene Nebenwirkungen zwischenzeitlich zeigten. Insbesondere, wenn dem gegenüber kaum Gefahr einer ernsthaften Erkrankung besteht. Und Langzeiterfahrungen mit den Corona-Impfstoffen gibt es (noch) nicht.

An dieser Stelle darf ich kurz an den Skandal um einen Schweinegrippe-Impfstoff erinnern: Im Jahr 2009 entwickelt, häuften sich in der Folgezeit die Fälle von Narkolepsie, einer schweren neurologischen Erkrankung. Dabei handelt es sich zwar um eine extrem seltene Impfkomplikation, jedoch mit katastrophalen Folgen für das Leben der Betroffenen.

In was für einer Gesellschaft leben wir, die von gesunden Menschen fordert, sich (wenngleich geringen) Risiken auszusetzen, nur um eine Minderheit an eventuell Gefährdeten zu schützen, die man gut und gerne auch auf andere Weise vor Infektionen bewahren könnte?

Minderheiten auf Kosten der Mehrheit schützen?

Bei Corona handelt es sich nicht um eine hochansteckende Seuche, sondern um ein Virus, das hauptsächlich für Menschen mit schweren Vorerkrankungen eine Gefahr darstellt. Diese Risikogruppe galt und gilt es zu schützen. Das liegt in unserer gesellschaftlichen Verantwortung begründet:

Möglich ist dies seit einiger Zeit durch einen Impfstoff (mit temporärer Zulassung bzw. Notfallzulassung in einigen Ländern) oder aber seit Anbeginn der Pandemie mittels Eigenschutz via Maske und Abstand. Wer an einem Immundefizit leidet, wird im Augenblick wohl kaum ohne Maske in einer belebten Fussgängerzone umher flanieren. Und tat es hoffentlich in seinem eigenen Interesse schon vor Corona nicht.

Auch der erste Lockdown war meiner Meinung nach ein probates Mittel, da der Erreger noch als weitgehend unbekannt galt. Doch schon die späteren Lockdowns mit ihren katastrophalen Kollateralschäden für Wirtschaft und Gesellschaft schossen deutlich über das Ziel hinaus.

Für die überwiegende Zahl der Menschen stellt Corona meist wenig mehr als einen grippalen Infekt oder eine Grippe dar. Auch die Entwicklung effizienter Medikamente nimmt mehr und mehr an Fahrt auf.

Freiheit bedeutet Risiko. Und das ist gut so!

Mit anderen Worten: Solange die Hospitalisierungsrate – also die Anzahl von stationär behandlungspflichtigen Corona-Erkrankten – das staatliche Gesundheitssystem nicht überfordert, braucht es keinerlei die Grundrechte einschränkende Maßnahmen mehr.

Ein gewisses Lebensrisiko muss jeder in Eigenverantwortung selbst übernehmen, das kann und vor allen Dingen darf ein freiheitlich orientierter Staat nicht. Wer sich gefährdet sieht, kann Maske tragen und Abstand halten. Beides wirkungsvolle Methoden.

Das individuelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen muss über allem stehen!

Grundrechte als Belohnung für eine Impfung?

Es ist absurd, wenn manche Politiker sich dem rechten Rand anbiedern und fordern, man solle ungeimpften Bürgern „ihre Grundrechte weiter vorenthalten“. Grundrechte stellen keine Privilegien dar, die an ein bestimmtes subjektives Wohlverhalten gebunden sind. Sie gelten für alle. Ausnahmslos.

Wiegt das Wohl von Vielen mehr als das Wohl des Einzelnen? Diese philosophische Frage scheint derzeit die oft unausgesprochene Quintessenz aller Probleme zu sein. Man mag diese Frage mit Ja oder Nein beantworten können und auf jeden Fall recht haben. Doch so leicht ist es nicht…

Man darf nämlich nicht vergessen, dass jegliche Einschränkungen ursprünglich nur dazu dienten, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Eine Impfpflicht erzwingen zu wollen – trotz wirkungsvoller Maßnahmen wie Hygienekonzepte im Einzelhandel, bei Veranstaltungen und in der Gastronomie sowie einer steigenden Zahl von freiwillig geimpften Personen – schießt meiner Meinung nach weit über das Ziel hinaus.

Die Folgen eines Impfzwangs…

Auch sollten wir uns trotz der scheinbaren Einfachheit einer Forderung nach „Zwangsimpfung für alle“ einmal die möglichen Folgen vor Augen führen:

  • Werden Menschen, die sich trotz staatlichen Drucks einer Impfung verweigern solange mit Geldstrafen belegt, bis diese im Armenhaus landen?
  • Leben diese Menschen fortan isoliert, da der Zutritt zu Geschäften, Kulturbetrieben und öffentlichen Einrichtungen nur noch per Impfpass möglich wird?
  • Boomt dann der Handel mit gefälschten Attesten, die eine Impfunfähigkeit bescheinigen?
  • Möchten wir Schleierfahndung wie bei der Terrorabwehr und Denunziantentum im Privaten?
  • Gehen Impfärzte in Polizeibegleitung von Haus zu Haus und arbeiten Impflisten ab?
  • Oder sollen Menschen bei Kontrollen auf offener Straße verhaftet und unter Anwendung körperlicher Gewalt geimpft werden?

Klingt nach Verhältnissen einer Diktatur á la China und Belarus? Willkommen in der neuen Zeit…

Die Seuche der politischen Radikalisierung

Die Freiheit aller – Geimpfte wie Ungeimpfte – muss gleich viel wert sein. Ansonsten steuern wir sehenden Auges auf eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft zu, von der nur die politisch extremen Gruppen profitieren. Und das kann niemand ernsthaft forcieren. Oder?

Eine freiheitseinschränkende Politik ist immer hochgradig problematisch. Mit Zwang erreicht man nur das Gegenteil. Die Frage einer Impfpflicht stellt sich für mich daher nicht.

Vielmehr brauchen wir Diskussionen und Debatten darüber, wie wir in naher Zukunft ohne Einschränkung der persönlichen Rechte des Einzelnen die Pandemie in den Griff bekommen.

Solange es diese nicht gibt, besteht die latente Gefahr, dass der Kampf gegen Corona bald zum Kampf gegen die Menschen und unsere freiheitlichen Grundwerte umschlägt. Und das bereitet mir, auch im historischen Kontext betrachtet, größte Sorge.


Datum der Veröffentlichung: Juli 2021
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